Freitag, Mai 28th, 2010 | Autor: admin

Die Alpen – ein Wort, das früher einfach nur einen hohen Berg bezeichnete, oder zumindest das ursprüngliche Wort, das noch vor Ankunft der Römer in der Gegend gebräuchlich war. Hoher Berg, das scheint doch ein wenig untertrieben, erstrecken sie sich doch über mehrere Länder und besitzen mythische Qualitäten. Unheimlich, von den Geistern der Naturgewalten heimgesucht, sind sie eine Manifestation der Macht der Natur. Aber auch andere unheimliche Kreaturen treiben dort ihr Unwesen.

Jede Gegend hat ihre lokalen Legenden, die sich besonders dort entspinnen, wo den Menschen Raum zur Spekulation geboten wird. Und dieser Raum besteht vor allem aus den Orten, wo die Mensch nicht hin gelangen.

Der Wolpertinger

In Bayern ansässig ist der seltsame Wolpertinger, der keine spezifische Form besitzt und nicht nur unterschiedlich geschildert wird, sondern auch schon tatsächlich in verschiedenen Formen gefangen genommen wurde. Naja, das ist vielleicht übertrieben, denn einen wirklichen Wolpertinger hat wahrscheinlich noch niemand gefangen – doch wer weiß? Es handelt sich bei seiner Gattung jedenfalls um eine Chimäre, also eine Mischung unterschiedlicher Lebewesen. Ein geflügelter Hase etwa wäre vorstellbar. Überhaupt ist man sich relativ einig darüber, dass der Kopf des Wolpertingers vom Hasen stammt, und zwar am besten gehörnt. Andere Extremitäten stammen in aller Regel von anderen Tieren. Die verbürgter Weise aufgetauchten Exemplare aber sind, traurig aber wahr, Fälschungen, die von findigen Taxidermisten angefertigt wurden, die auf eine schnelle Mark aus waren und aufgemotzte ausgestopfte Hasen an naive Urlauber verkauften. Wovon genau der Wolpertinger sich ernährt, ist nicht geklärt, wahrscheinlich tut er sich sowohl an Fleisch als auch an Pflanzen gütlich – böse Zungen behaupten aber, seine einseitige Diät bestehe aus – wie kann es bei einem bayrischen Untier anders sein, richtig: Saupreißn.

Der Blutschink

Der Blutschink ist ein unangenehmer Zeitgenosse, dessen Wirkungskreis zum Glück sehr begrenzt ist: halb Bär, halb Mensch, lauert er in oder in der Nähe von Gewässern, um Menschen das Blut auszusaugen und seine armen Opfer im Anschluss zu verspeisen. Gerne stehen auch Kinder auf dem Speiseplan. Bekannt ist der Dämon jedoch fast nur in Tirol, wo man also beim Baden Vorsicht walten lassen sollte.

Der Dahu

In der Schweiz und in Frankreich ansässig ist der Dahu, der an einer Seite, vorne, hinten, links oder rechts kürzere Läufe hat als an der entgegengesetzten. Es handelt sich hier um ein gemsenähnliches Tier, das Eier legt. Man unterscheidet zwischen links- und rechtsläufigen Dahus.

Expedition ins Reich der Fabelwesen

Sind Sie neugierig geworden? Wollen Sie die erste Person sein, die einen Wolpertinger fängt? Beachten Sie, dass dies schwieriger ist als beim Dahu, den man einfach eintüten kann, nachdem man ihn dazu gebracht hat, sich umzudrehen – dann verliert er nämlich die Balance. Weitere Informationen zur Region finden Sie hier.

Kategorie: Allgemein
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