Abenteuer Wandern

Sicherlich ist es unumstritten, dass Wanderurlaub nicht besonders reizvoll auf Kinder wirkt. Sie wollen im Sommer im Wasser plantschen und am Strand tollen. Ein Badeurlaub hört sich für die Kleinen wesentlich besser an als das, in ihren Augen schnöde, Spatzierengehen und dabei auch noch bergauf und bergab zu laufen. Verständlicherweise klingt dies für sie erst einmal einfach nur langweilig und anstrengend. So manches Kind oder auch so mancher Jugendlicher stellt da auf stur und verweigert komplett. Da es so sehr vielen Familien geht, machen die Urlaubsstrategen in den Alpen mittlerweile sehr viel dafür, dass das Wintersportparadies das ganze Jahr über zu einem alpinen Anziehungspunkt werden. In Fiss, Sefaus und Ladis sind die phantasievoll angelegten Wanderwege ein Teil der Inszenierung „Abenteuerberge“ für Familien.

Wanderwege sind etwas Besonderes

Diese Pfade ziehen Kinder wie Erwachsene gleichermaßen wie moderne Schnitzeljagden in ihren Bann. Hoch oben über dem Tiroler Inntal, auf rund 2000 Metern Höhe, machen sich ganze Familien auf die Suche nach einem vermeintlich abgestürzten Flugzeug, nach einem Hexenhaus, das kopfüber an den Berg gezaubert wurde und nach dem Baumhaus eines Tier- und Pflanzenforschers.
Der österreichische Kinderbuchautor und Fernsehmoderator Thomas Brezina hat die Abenteuerberge inmitten der Alpenkulisse gestaltet. Verzichtet hat er dabei auf interaktiven Schnickschnack wie zum Beispiel sprechende Figuren. Die Natur hat er dabei ganz unberührt belassen. Ohne Zweifel sind diese gestalteten Wanderwege etwas Besonderes. Tagsüber werden diese erkundet und nachts wird die Kraft für den nächsten Tag in einem Wanderhotel gesammelt, von denen es in der Region zahlreiche gibt.

Das Geheimnis der kopflosen Hexe

Oberhalb des Ortes Fiss befindet sich einer der drei Abenteuerwanderpfade, der Hexenweg. Bewaffnet mit einem kleinen blauen Rucksack, indem sich alles nötige für die Suche befindet, können sich die Kleinen wie die Großen in das Abenteuer stürzen. Gefüllt ist der Rucksack mit einem Fernglas, einer Lupe, einem Kompass und drei geheimnisvollen Heften mit Zeichnungen, Aufgaben und Fragen zu den dazugehörenden Abenteuerbergen. Damit sich die Abenteuer auf ihrer Reise auf dem Hexenpfad nicht verlaufen wird ihnen der Weg durch Hexenbesen gewiesen, die wie hinein gezaubert im Geäst auftauchen. Zusätzlich ist er gesäumt von wundersamen, aus Holz geschnitzten Wesen. Der Hexenweg führt entlang an steilen Klippen, bergauf und bergab. Überall werden die Kinder tolle Dinge entdecken, die im Wald versteckt sind.

Auf der Spur des abgestürzten Flugzeugs

Der nächste Abenteuerwanderpfad befindet sich in Serfaus, dem Nachbarort von Fiss. Da der Sturzflug-Weg eher technischer Natur ist, ist er eigentlich eher etwas für ältere Kinder. Doch bewiesener Maßen erfreut sich trotzdem die ganze Familie daran. Die Wanderung ist gut sechs Kilometer lang und das wichtigste Hilfsmittel ist der Kompass. Auf diesem Weg soll das Geheimnis um ein vermeintlich abgestürztes Flugzeug gelöst werden. Die kleinen Wanderer und ihre Eltern können den richtigen Weg nur finden, indem sie auf die Gradzahlen auf Metallpfosten achten, die den entlang des Weges aufgestellt sind. Während dieser Wanderung finden die Kinder auf dem Weg zur Lösung immer wieder verstreute Flugzeugteile und Gepäckstücke. Eingebettet ist der Pfad in eine wunderschöne und atemberaubende Natur, die mit Sicherheit nicht nur den Erwachsenen gefallen wird. Der dritte Weg ist der Forscherweg. Hier stehen am Wegrand Fliegenpilze, die so groß wie die Kinder selber sind. Auch Tiere aus Holz, genauso riesig, warten darauf, dass sie von den Kindern bestimmt werden. Da ist Spaß und gute Laune vorprogrammiert.

Bei dieser Art von Abenteuerurlaub können sich Eltern sicher sein, dass ihre Kinder zu wahren Wanderfreunden und Forschern werden. Schnell wird vergessen sein, dass sie Wandern vor kurzem noch langweilig, öde und anstrengend fanden. Vor lauter Spaß, Freude und Eifer denken sie nicht daran, dass das Wandern auch eine Anstrengung bedeutet. Sie empfinden es erst gar nicht mehr so und können es nicht erwarten sich am nächsten Tag wieder auf den Weg zu machen und das Tiroler Wunderland aufs neue zu entdecken und zu erkunden.